Stefan Mix will Nachfolger von Bürgermeister Arno Nelles werden

Stefan Mix (r.) will Nachfolger von Bürgermeister Arno Nelles (l.) werden. Nelles selbst will bei der Wahl nicht mehr antreten. Foto: SPD Würselen Bild: Christoph Küppers

Beinahe zehn Jahre, seit dem 21. Oktober 2009, ist Arno Nelles Bürgermeister der Stadt Würselen. Mit dem Ende der Wahlperiode am 31. Oktober 2020 will Arno Nelles sein Bürgermeisteramt nach dann elf Jahren aufgeben und nicht erneut kandidieren. Das gab er am Dienstag dem Stadtverbandsvorstand und der Fraktion der Würselener SPD bekannt.

Zu den größten Erfolgen seiner Amtszeit zählt Nelles den Ausbau der Plätze in der Kita und der offenen Ganztagsschule, die Weiterentwicklung der Schullandschaft mit dem Neubau der Gesamtschule, die Modernisierung der Sportlandschaft und die Entwicklung des Gewerbegebiets und Forschungsflugplatzes Aachen-Merzbrück. Voraussetzung dafür sei die Sanierung der städtischen Finanzen gewesen. „Gemeinsam mit NRW-Ministerpräsidentin Kraft ist es der SPD 2012 gelungen, die Handlungsunfähigkeit der Stadt, die ich zu Beginn meiner Amtszeit vorgefunden habe und den Abwärtstrend im städtischen Haushalt umzukehren. Die Stadt baut ihre Kassenkredite ab und investiert kräftig in die Zukunft“, fasst Nelles die Entwicklung zusammen.

„Mein Amt als Bürgermeister bereitet mir enorme Freude“, betonte Nelles. „Am Ende der Wahlperiode werde ich 66 Jahre alt sein. Ich habe entschieden, in meinem nächsten Lebensabschnitt mehr Zeit für die Familie und für ehrenamtliches Engagement aufzubringen und daher nicht erneut als Bürgermeister zu kandidieren.“ Bis dahin hat Nelles jedoch noch einige Pläne für seine Stadt. Zu den wichtigen Dingen, die er noch umsetzen will, gehört die Gestaltung der Mobilitätswende, verbunden mit mehreren Parkhäusern in der Innenstadt und flexiblen Mobilitäts-Angeboten. Dazu zählt er neben dem Car-Sharing auch die Realisierung der RegioTram mit Haltepunkten in Würselen. Schließlich will Nelles den Stadtgarten noch attraktiver machen und für eine größere Anzahl an Nutzern erschließen – unter anderem mit einer Gastronomie ganz nach dem Vorbild des Burtscheider Ferberparks.

SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Küppers dankte Nelles für das bis dahin Geleistete. Küppers hat mit Nelles in seiner Funktion als Bürgermeister von 2009 bis 2013 als Fraktionsgeschäftsführer der SPD-Fraktion und seither als Fraktionsvorsitzender eng zusammengearbeitet. „Zu den wesentlichen Fertigkeiten eines Bürgermeisters gehören Verhandlungsgeschick und die Fähigkeit, kluge Kompromisse einzugehen, um das direkte Lebensumfeld möglichst vieler Menschen zu verbessern. Beides hat Arno Nelles beeindruckend unter Beweis gestellt.“

Der Stadtverbandsvorsitzende der Würselener Sozialdemokraten, Max Zitzen, und Fraktionschef Küppers waren von Nelles bereits im Vorfeld unterrichtet worden. Sie schlugen nun ihren Genossinnen und Genossen Stefan Mix als Bürgermeisterkandidaten für die Wahlen im nächsten Jahr vor. „Stefan Mix war über zehn Jahre Fraktionsvorsitzender im Stadtrat und vertritt derzeit Würselens Interessen im Städteregionstag. Er bringt daher größtes Maß an kommunalpolitischer Erfahrung mit. Stefan Mix kennt die Stadt und die Menschen, die in Würselen leben. Und die Menschen in Würselen kennen Stefan Mix als zuverlässigen und sympathischen Ansprechpartner. Wir sind daher glücklich, dass er sich entschieden hat, bei der Wahl im nächsten Jahr antreten zu wollen“, erklärt SPD-Stadtverbandsvorsitzender Zitzen. „Stefan Mix wird in den kommenden Monaten das Gespräch mit unseren Mitgliedern und den Menschen in Würselen suchen. Der Stadtverbandsvorstand hat einstimmig beschlossen, im Herbst einen Nominierungsparteitag einzuberufen“, so Zitzen weiter. Bis dahin seien auch weitere Kandidaturen möglich. „Mit unserem Personalvorschlag nehmen wir unsere Führungsverantwortung war. Es steht dabei außer Frage, dass die Kandidatur in einem demokratischen innerparteilichen Prozess entschieden wird. Dazu rufen wir alle unsere Mitglieder auf“, erläutert Küppers. „Für uns besteht dabei kein Zweifel: Stefan Mix ist der ideale Bürgermeister-Kandidat.“ Man habe sich daher über den enormen Zuspruch für den Personalvorschlag aus Partei und Fraktion gefreut.

Und was sagt Stefan Mix? Er skizziert erste Ideen für die Zukunft. „Meine Wurzeln, meine Stadt und die SPD“, sagt Mix über die drei wesentlichen Punkte, die ihn zu seiner Kandidatur motivieren. „Die Stadt Würselen gefällt mir in all ihrer Vielfalt. Würselen ist echt. Würselen ist ehrlich.“ In einem Motivationsschreiben führt er aus: „Wie stelle ich mir unsere Stadt in der Zukunft vor? Leben, Lernen, Arbeiten. Eine Menge der Dinge, die es anzupacken gilt, kann man gut unter diesen drei Begriffen zusammenfassen. Aufbauend auf der hervorragenden Arbeit der SPD der letzten Jahre können wir viel bewegen. Ich wünsche mir, dass alle Menschen genauso gerne in unserer Stadt leben, wie meine Familie und ich. Dazu gehört guter und bezahlbarer Wohnraum für alle. Ebenfalls gehören eine ausreichende Anzahl an qualitativ hochwertigen Kindertagesplätzen genauso wie gute Schulen, an denen jeder Schulabschluss möglich ist, dazu. Für die Jugendlichen in unserer Stadt brauchen wir mehr Jugendeinrichtungen und Aufenthaltsbereiche. Wesentlicher Bestandteil für eine aktive Stadt ist ein umfassendes sportliches und kulturelles Freizeitangebot. Zuhören und die Einbeziehung aller gesellschaftlichen Gruppen und Menschen jeden Alters sind für mich unverzichtbar. In den Bereichen Gesundheitsvorsorge und Mobilität werde ich auf der Basis des demographischen Wandels sehr genau die Bedürfnisse aller Menschen in den Blick nehmen und Neues wagen. Sicherheit und Sauberkeit in unserer Stadt sind weitere wesentliche Aspekte, die meine Arbeit bestimmen werden. Die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Entwicklung neuer Lebensperspektiven vor dem Hintergrund der Digitalisierung werden in Zukunft von besonderer Bedeutung für unsere Stadt sein. Ich habe den Anspruch, diese Transformation nicht nur zu begleiten oder abzuwarten, sondern sie aktiv und im Sinne der hier lebenden Menschen zu gestalten.“

Zum weiteren Fahrplan erklärt Stefan Mix: „Wir wollen einen Mitmach-Wahlkampf führen. Im Augenblick schaut sich die Würselener SPD daher die Wahlprogramme von 2009 und 2014 an. Wir überprüfen, was wir erreicht haben und was noch unerreicht ist oder nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten. Das werden wir in einem breiten Beteiligungsprozess mit Partei und Öffentlichkeit erörtern. Anschließend wollen wir neue Ziele definieren und hieraus unser Wahlprogramm für 2020 entwickeln. Ich freue mich bereits jetzt auf angeregte Diskussionen, viele gute Ideen und neue Perspektiven.“

Hintergrund: Arno Nelles

Arno Nelles ist Diplom-Ingenieur (FH) für Nachrichtentechnik. Er wurde 1955 in Linnich geboren. Nach seinem Studium wurde Nelles Beamter im Fernmeldewesen bei der Deutschen Bundespost. Im Rahmen einer Station bei einem Beratungsunternehmen der Deutschen Telekom AG lebte Nelles gemeinsam mit seiner Familie mehrere Jahre in Saudi-Arabien. Zurück in Aachen war er als Manager bei der Deutschen Telekom AG unter anderem mit dem Aufbau eines Telekommunikationsnetzes für die Sicherheitsbehörden anlässlich der Karlspreisverleihung an US-Präsidenten Bill Clinton im Jahr 2000 betraut. Arno Nelles war Ortsvereinsvorsitzender der SPD in Broichweiden und Stadtverbandsvorsitzender der SPD in Würselen. Er war Fraktionsvorsitzender, stellvertretender Bürgermeister und ist seit dem 21. Oktober 2009 hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Würselen. Nelles ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und Großvater von vier Enkeln. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie. Außerdem entspannt er bei der Pflege der Pferde und zahlreicher Pflege-Tiere sowie bei ausgedehnten Spaziergängen mit seinem Hund.

Hintergrund: Stefan Mix

Der Diplom-Ingenieur für Architektur Stefan Mix ist 56 Jahre alt und Vater von fünf Kindern in einer, wie er selbst sagt, klassischen Patchwork-Familie. Stefan Mix ist seit 36 Jahren Mitglied der SPD, war elf Jahre lang SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Würselen, vier Jahre lang stellvertretender Bürgermeister und ist bis heute Mitglied des Städteregionstags. Seit 2013 ist er Geschäftsführer der beiden SPD-Unterbezirke Aachen Stadt und der Städteregion Aachen, in denen er über 4.000 Mitglieder in 45 Ortsvereinen bei Projektarbeit oder Kampagnen betreut.